Gemeindewallfahrt ins Heilige Land

  
 

Israelreise unserer SE vom 23. Februar bis 04. März 2023

ein wunderbares Erlebnis
Am 23. Februar machten sich 28 Reisende unter der Leitung von Herrn Pfarrer Brdlik und Pastoralreferentin Frau Mayer-Franz auf den Weg ins Heilige Land. Allen gemeinsam war der Wunsch, den Spuren von Jesus nachzugehen und zu sehen, wo er gelebt und gewirkt hat. Dies wurde uns durch den Besuch ganz vieler Orte ermöglicht, die uns sehr berührt haben.

So besuchten wir den Berg der Bergpredigt mit herrlicher Aussicht auf den See Genezareth, auf dem wir auch eine Bootsfahrt machten. Wir hielten in Sephoris, der Hauptstadt Galiläas zu der Zeit Jesu, und in Nazareth und gingen über den bunten Basar zur Verkündigungskirche. Auch Akko mit seiner ummauerten Altstadt mit Befestigungsanlagen, Weißer Moschee und Kreuzfahrerbauten, sowie ein Besuch des Hafens, gefielen uns gut. Ebenso Zefat, die schöne Stadt auf dem Berge. Hier besuchten wir mit unserer jüdischen Reiseleiterin Ushi Engel eine Synagoge und erhielten interessante Informationen zum Glaubens- und Gebetsleben der Juden. Wir fuhren zu einer der Jordanquellen in Banjas, wo wir Tauferneuerungen beiwohnten. Wer wollte, konnte in den Jordan steigen oder seinen Fuß ins trübe Wasser tauchen. Wir besichtigten die Ruinen von Qumran und sahen die Höhlen, in denen die berühmten Schriftrollen vom Toten Meer gefunden worden sind.

Besonders beeindruckt waren wir alle von Jerusalem. Hier leben Juden, Christen und Muslime meist friedlich, wenn auch unter Spannungen, zusammen. Auf der Höhe des Ölbergs hatten wir einen traumhaften Blick über die Stadt mit dem markanten Felsendom und seiner großen goldenen Kuppel. Wir spazierten zu den Gedenkorten am Ölberg, und gingen über die Via Dolorosa zur Grabeskirche. Eindrucksvoll war auch die Klagemauer, wo Männer und Frauen aus aller Welt ihre Gebetsanliegen vor Gott bringen und auf kleinen Zettelchen ihre Anliegen in die Ritzen der Mauer stecken. Wir gingen zu den islamischen Heiligtümern El-Aqsa-Moschee und zum Felsendom, welche zurzeit nur von außen besichtigt werden können. Hier besuchte Jesus immer wieder den Tempel.

Aufregend war danach der knapp halbstündige Gang durch den dunklen, engen, ca. 60 cm hoch mit Wasser gefüllten Hiskia-Tunnel, was sich die Mutigen unter uns trauten, und mit Freude erfüllt ankamen. Danach gingen wir unterirdisch auf dem Weg des Pontius Pilatus, was durch niedrige Höhe, unebenen Untergrund und Enge ebenso abenteuerlich war.
 
Beim Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem wurde uns von unserer israelischen Reiseführerin in Erinnerung gerufen, dass unter den 6 Millionen Opfern ein großer Teil Kinder und junge Menschen waren. Dies und der Gang durch ein Lichtermeer brennender Kerzen, welche für jedes Kind angezündet sind, wobei die Namen und das Herkunftsland eines jeden Kindes verlesen werden, machte uns sehr betroffen. 
 
Die schwierige politische Situation zwischen Israel und Palästina war für uns direkt erfahrbar, weil wir immer wieder von Bethlehem aus, was in Palästina liegt, über die Grenze nach Jerusalem und zurück fuhren. Die beiden Gebiete sind getrennt durch eine 12 Meter hohe, 800 km lange Mauer, welche sehr präsent ist.

Die Bewohner beider Seiten erklärten uns ihre Situation, unter der sie sehr leiden, aber versuchen, das Beste daraus zu machen. Gerade unser palästinensischer Reiseführer Mohaned beeindruckte uns, wie er seinen Weg mit Zuversicht, Hoffnung auf eine Lösung und Gottvertrauen geht. 
 
Interessant war auch der Besuch des Caritas Baby Hospitals in Bethlehem, was großartige Arbeit leistet und zu einem großen Teil aus Spenden, auch aus unserer Erzdiözese, finanziert wird. Ein weiteres Highlight gegen Ende der Reise war der Besuch der Geburtskirche in Bethlehem mit der Grotte. 
 
Wir hatten ein straffes Programm, dennoch gab es auch Zeiten, wo wir uns erholen konnten. So verweilten wir am und im Toten Meer, was uns großen Spaß machte. Bei einer Wanderung durch die biblische Landschaft in Palästina waren wir in herrlicher Natur unterwegs. Und vor dem Rückflug hatten wir freie Zeit in Jaffa, einem Stadtteil von Tel Aviv, und konnten das bunte Treiben und das sommerliche Klima an der Stadt am Meer genießen. 
 
Unsere Erwartungen an diese Reise wurden bei Weitem übertroffen. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass wir eine wunderbare Zeit verbrachten. Wir haben gesehen, wo Jesus gelebt und gewirkt hat, was uns sehr berührt hat. Darüber hinaus haben wir viele geschichtliche, politische, religiöse Hintergründe erfahren, wodurch wir nun auf Vieles eine andere Sicht haben.

Jeden Tag feierten wir Gottesdienst an wunderschönen biblischen Orten. Hier bekamen wir geistlichen Input, beteten gemeinsam für unsere eigenen Anliegen, aber auch für alle Anliegen, die uns von zu Hause mitgegeben oder geschickt wurden. Hier konnten wir uns entspannen und besinnen, das Erlebte verarbeiten und uns Gedanken machen, was wir für unser eigenes Leben mitnehmen. Jeden Tag schlossen wir mit einer Abendrunde ab, sangen gemeinsam und tauschten uns aus, was uns jeweils besonders bewegt hat 
 
Ein großes Dankeschön geht an Herrn Pfarrer Brdlik und Frau Renate Mayer-Franz, dass sie diese Reise angeboten haben. Alles war wunderbar organisiert und hat reibungslos funktioniert. Wir sind alle sehr froh und dankbar, dass wir dabei sein konnten und gehen, mit vielen wertvollen Eindrücken, gestärkt in unseren Alltag zurück. 

Hildegard Koch