Zum Abschied

 
„Wir begegnen uns, um uns zu trennen, und wir trennen uns, um uns wiederzusehen.“ 
 
Kommen und Gehen gehören fest zu unserem Leben. Wenn ich Ihnen heute schreibe, habe ich gemischte Gefühle. Nach meiner Zeit als Kaplan in der Seelsorgeeinheit Oberhausen-Philippsburg muss ich mich nun leider von Ihnen verabschieden. Im Buch Maleachi steht geschrieben: „Für euch wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen und Heilung bringen.“ Das ist ein wunderbares Versprechen. Auch wenn ich traurig bin, weil ich so gerne bei Ihnen war, weiß ich: In Gottes Liebe bleiben wir für immer miteinander verbunden. Mit dieser Gewissheit ziehe ich weiter nach Sigmaringen in die Gemeinden Gammertingen-Trochtelfingen. Es war mir eine große Freude, Ihnen in dieser Zeit als Seelsorger helfen zu dürfen. Ich habe von Herzen gerne bei Ihnen gearbeitet und gehe nun mit Freude und Dankbarkeit.
 
Es hat mir sehr gutgetan, bei Ihnen zu sein und Gott sowie den Menschen zu dienen. Die zwei Jahre und sechs Monate waren für mich eine wunderschöne Zeit voller Gnade, Freude und Erfüllung. Ich habe bei Ihnen viel Neues gelernt – über Ihre Kultur, Ihr Gemeindeleben, Ihre Hilfsbereitschaft und Ihre Offenheit. Das habe ich sehr geschätzt. 
 
Der Dichter Johann Wolfgang von Goethe sagte einmal, dass Veränderung zum Leben gehört. Auch ich habe hier viele wertvolle Erfahrungen gemacht, die mein Leben bereichert haben. Für all die Begegnungen bin ich tief dankbar. Obwohl mir die Sprache und die Kultur am Anfang fremd waren, haben Sie mir mit viel Verständnis geholfen. Sie haben mich offen empfangen, sodass ich mich von Anfang an zu Hause gefühlt habe.
 
Die Arbeit bei Ihnen war für mich eine große Chance, als Seelsorger zu wachsen. Sie haben mir immer ein gutes Gefühl gegeben. Ihre positiven Rückmeldungen nach den Gottesdiensten und bei anderen Anlässen haben mich sehr ermutigt. Viele von Ihnen haben mir in dieser Zeit Freundschaft und Unterstützung geschenkt.
 
Ein besonderer Dank gilt Marcel Brdlik für seine verständnisvolle Begleitung und dafür, dass er immer für mich da war. Ebenso danke ich dem gesamten Pastoralteam, unseren Sekretärinnen, Küsterinnen und Küstern, Organisten, dem Verwaltungs- und dem Pfarrgemeinderat, den Lektorinnen und Lektoren, den Messdienerinnen und Messdienern sowie allen Vereinen und Gruppen. Sie alle haben mich stets unterstützt und standen mir hilfsbereit zur Seite.
 
Ich werde Sie alle in mein Gebet einschließen und bitte Sie, auch für mich zu beten. Ein Sprichwort sagt: „Wir begegnen uns, um uns zu trennen, und wir trennen uns, um uns wiederzusehen.“ Wichtig ist, dass wir in Freude und Dankbarkeit aneinander denken. Der Abschied fällt mir nicht leicht, denn Oberhausen-Philippsburg war meine erste Stelle in Deutschland. Diese Zeit war ein Geschenk Gottes, und die schönen Erinnerungen bleiben für immer. Bitte beten Sie auch für meine neue Aufgabe in Sigmaringen-Meßkirch.
 
Ein herzliches Dankeschön für die wunderbare gemeinsame Zeit!
 
Ihr Pater Deepu Joseph